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...gut fürs Herz

Bergluft trainiert Herz und Kreislauf
Optimale Gesundheitseffekte bei mittleren Höhenlagen

Presseinfo 216/2003 - Uni Köln

Köln, den 18. Dezember 2003 - Langzeituntersuchungen von Personen, die sich zu Kuraufenthalten in Höhenkliniken befunden hatten, führen zu dem Ergebnis, daß in der Mehrzahl der Fälle eine Fortdauer der gesundheitlich wünschenswerten Veränderungen noch Monate nach der stationären Behandlung nachweisbar ist. Die zwei markantesten Befunde, Pulsberuhigung und Blutdrucksenkung, bleiben auch nach Rückkehr in die tiefergelegene heimische Umgebung über einen Zeitraum von bis zu acht Monaten stabil.

Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems werden häufig von Zweifeln geplagt, ob sie den klimatischen Belastungen eines Urlaubsaufenthaltes in bergigen Regionen gewachsen sind. Diese Ungewißheit konnte jetzt durch eine von Dr. Thomas Becker am Zentrum Anatomie der Universität zu Köln verfasste Studie beseitigt werden. Sie ergab im Gegenteil, daß der Aufenthalt in mittleren Höhenlagen (zwischen 1000 und max. 3000 m NN) meßbar positive Auswirkungen auf die Funktion von Herz, Kreislauf und Lunge hat. Ihre optimale Wirksamkeit entfalten höhenbedingte Klimareize dabei in Lagen um 2000 m NN.

Der Aufstieg aus dem Flachland in höher gelegenes Terrain löst im menschlichen Organismus zunächst eine dosierte Streßreaktion aus. Die Dauer dieser ersten Anpassungsphase liegt im Mittel bei etwa sechs Stunden. Als auffälligste physiologische Prozesse lassen sich ein erhöhter Puls und eine beschleunigte Atemfrequenz feststellen. Ursächlich hierfür ist der in Höhenlagen zunehmend geringere Sauerstoffdruck in der Umgebungsluft. Die für Herz-Kreislauf-Patienten bedeutsame Frage der Blutdruckwerte ergab nur unwesentliche Veränderungen im Sinne einer vorübergehenden leichten Erhöhung. Eine nachfolgende Akklimatisationsphase von in der Regel sieben Tagen benötigt der Körper, um den Stoffwechsel auf das reduzierte Sauerstoffangebot einzustellen. In dieser Phase sollten größere Belastungen vermieden werden. Die volle körperliche Leistungsfähigkeit wird erst während der zweiten und dritten Woche erreicht. Eine Verringerung der Pulsfrequenz auf im Durchschnitt 85 Prozent der Flachlandwerte, eine leichte Senkung des systolischen Blutdruckes sowie ein reduzierter Sauerstoffverbrauch des Herzens sind die bedeutsamsten medizinisch nachweisbaren Effekte der erfolgreichen Anpassung an höhenklimatische Bedingungen.

Grundsätzlich benötigen körperlich trainierte Menschen kürzere Zeiten der Adaptation an Höhenlagen als Untrainierte. Von den beschriebenen positiven Auswirkungen auf den menschlichen Organismus profitieren jedoch alle, vom Leistungssportler über den normalen Urlauber bis zu Patienten in Rehabilitationskliniken. In letzteren hat daher die sogenannte Terrainkur schon seit Ende des 19. Jahrhunderts einen festen Platz im Behandlungsangebot. Hierbei handelt es sich um Bergwanderungen in Lagen von 800 bis 2000 m NN, bei denen ein Höhenunterschied von bis zu 500 m überwunden werden muß. Sie haben sich als wirkungsvolle Trainingsmaßnahmen in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewährt.

http://www.idw-online.de/pages/de/news73949